Neues aus der Sauna…

…sowohl den Samstag als auch den gesamten Sonntag verbringen wir in unserem klimatisierten Hotelzimmer in Aralsk.
Als wir am Freitagmittag ankamen schepperte der Stern mit ungeahnter Intensität auf uns ein sodass ich mich der Unendlichkeit, in Form der vor sich herstrahlenden Sonne uneingeschränkt ausgesetzt sah. Erschwerend hinzu kam die Tatsache dass mir mein Gastrointestinaltrakt seit mehreren Tagen sehr unschöne Streiche spielt, die mich dann ab Donnerstag dazu zwangen der Nahrungskarenz endgültig ins Auge zu blicken. Und all das trotz der täglichen Belastung. Gott sei Dank ließ mich Daniel den gesamten Freitag in seinem Windschatten surfen, sonst hätte Ichs kaum geschafft. Bei brütender Hitze Fahren und in den Pausen heißen Kräutertee Trinken …es gibt Erbaulicheres!
Die knapp 30000 Einwohner zählende Stadt Aralsk liegt am seit Jahren sukzessive schrumpfenden Aralsee. Einst soll es ein florierender Fischerort gewesen sein, heute merken wir davon wenig. Die einzige Oase scheint unser Hotel.
Bevor wir uns dem Freitagnachmittag widmen konnten ( auf dem Programm stand “Rumliegen im Hotelzimmer” , sonst nichts) musste allerdings Verpflegung herangeschafft werden. Meine Güte, als wir das schützende Mauerwerk des Hotels verließen hatten wir Mühe nicht noch im Eingangsbereich zu kollabieren. Wie eine horizontale Wand senkte Sich diese gnadenlose Hitze auf uns ab und lastete tonnenschwer auf unseren Schultern. Schnell die staubige Straße hoch und ein Taxi finden. Es dauert nicht lange da hat Daniel einen der schrottigen Russen-Kisten angehalten und wir werden zum “Magasin” kutschiert. “Was kostet die Fahrt?” …er gibt uns zu verstehen wir können einkaufen und er würde kurz warten. Gesagt, getan! Den Laden schmeißen zwei schätzungsweise 12-jährige Dreikäsehochs….nett sind sie. Und ich glaub sie finden uns auch ziemlich lustig.
Ich fühle mich so ausgelaugt dass ich lediglich Obst und Gemüse kauf. Vitamine! 😉
Der Fahrer bringt uns zurück in die Oase. “Was kostet die Fahrt?” ….er zuckt die Schultern…weiß er nicht?!?? Hää? Am Ende meinte Daniel, der geht sicher auf Dummenfang und erhofft sich von uns dummen Touris mehr da wir die üblichen Preise nicht kennen. Und ich denke so wars.
Wir temperieren unsere Oase auf 20 Grad. Wahnsinn!! Skandinavische Frische erfüllt den Raum. Am Samstag wieder ein ähnlicher Ausflug zum Shoppen. Als wir gerade zur Tür rauswollten fragt die Chefin wo wir hinwollen. “Magasin”!! “Taxi”! …das kriegen die zwei Typen doch nie hin, denkt sie wohl und lädt uns ein uns zu fahren. Und siehe da, der Ort hat sogar einen Basar. Früchte zu Hauf, Gemüse, Brote, Kuchen…..gibt schon Einiges. Schwer zu ertragen für hygienische Pingel wie mich sind jedoch die Fische die da in der prallen Hitze liegen sowie das von Fliegenschwärmen umkreiste Fleisch was hier angeboten wird. Gibts eigentlich ein kasachisches Wort für ” Kühlkette” ? Man weiß es nicht.
Unsere Hotelchefin bietet uns noch an mit uns zum Aralsee zu fahren, zum Baden, und obgleich sich die notwendige Eigenaktivität unsererseits bei unter 0 hält lehnen wir ab. Einfach nur liegen! Die Stunden ziehen ins Land und neben Speis und Trank planen wir auch unsere Route weiter.
Da es in meinen Ausführungen zum Sonntag keinen eklatanten Unterschied zum Samstag gegeben hätte erspare ich mir und euch die sonst zu erwartende Leere in den Worten.

Montag geht’s endlich weiter. Schwersten Herzens verlassen wir unsere Oase und lassen uns vom wirklich traumhaften Nordwind die 130 km nach Aiteke Bi durch die Wüste pusten. Die Kilometer purzeln und an uns ziehen neben endloser Wüsteneinöde auch einige echt ansehnliche muslimische Friedhöfe vorbei. Prunkvoll!
Da es viel zu heiß ist zum Zelten und wir bis zum späten Abend auf Abkühlung warten müssten geht’s wieder in ein preiswertes Hotel. Duschen , einkaufen , Rumliegen!
Später sind wir nochmal auf den Markt gegangen. Plötzlich spricht uns eine junge Mädchenstimme in ziemlich gutem Englisch an….ahhh …da sitzt sie also. Wir lernen Aigerim kennen. Sie ist Studentin und hilft ihrer Mutti beim Obst verkaufen. Sehr erfreut möchte sie uns rumführen und kauft mit uns ein. Wir erzählen ne ganze Weile….und am Ende haben wir ne Einladung zu ihr nach Hause zum Abendbrot. Wieder gibts die tollsten Sachen, ich lerne ihre Freunde kennen und es wird ein lustiger Abend. Danke Aigerim!!!

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